Tiffany Exklusiv Band 06 - Heisser Draht / Von dir will ich alles / Ein verführerisches Angebot /

Tiffany Exklusiv Band 06 - Heisser Draht / Von dir will ich alles / Ein verführerisches Angebot /

von: STEPHANIE BOND, Julie Kenner, Jamie Denton

CORA Verlag, 2010

ISBN: 9783862950652 , 384 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

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Preis: 4,99 EUR

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Mehr zum Inhalt

Tiffany Exklusiv Band 06 - Heisser Draht / Von dir will ich alles / Ein verführerisches Angebot /


 

2. KAPITEL

Nach sechs Jahren bei der Polizei hätte Officer Ken Medlock an nächtliche Anrufe gewöhnt sein müssen. Trotzdem hatte er Schwierigkeiten, sich auf die Stimme am anderen Ende der Leitung zu konzentrieren. Er tastete nach der Lampe auf dem Nachttisch und erinnerte sich dann, dass er vergessen hatte, die kaputte Birne zu wechseln.

Hatte die Frau gesagt, ihr Name sei Georgia? Er versuchte diesen Namen einzuordnen. Handelte es sich um eine neue Fahrdienstleiterin? Er blinzelte, um einen klaren Kopf zu bekommen. Halb zwei. Verdammt, zum letzten Mal hatte er vor nicht einmal einer Stunde zur Uhr gesehen. Seine in Abständen immer mal wieder auftretende Schlaflosigkeit schien mit den steigenden Temperaturen schlimmer zu werden. Und jetzt auch noch diese Unterbrechung!

„Rob, ich weiß, dass es schon spät ist. Aber ich habe den ganzen Abend über uns nachgedacht und mich gefragt … das heißt …“ Die Frau mit der sinnlichen Stimme holte tief Luft, und Ken machte den Mund auf, um ihr zu sagen, dass sie die falsche Nummer gewählt hatte.

„Ich trage keinen Slip.“

Er machte den Mund wieder zu und spürte, wie eine heiße Welle der Erregung ihn durchflutete.

Die Frau am anderen Ende der Leitung lachte unsicher. „Ich habe mich schon immer gefragt, ob du eigentlich Boxershorts trägst oder Slips.“

Was hatte diese geheimnisvolle Frau vor? Wollte sie diesen Rob in ein erotisches Gespräch verwickeln, damit er vorbeikam? „Boxershorts“, antwortete Ken und lehnte sich zurück. Hatte er den Verstand verloren? Schämte er sich nicht?

„Hm, schläfst du in deiner Unterwäsche?“

Wenn ich überhaupt mal schlafe, dachte er. Dennoch konnte er sich an eine so willkommene Unterbrechung seines Schlafs nicht erinnern – nur wenige seiner Träume waren so gut. Er hätte vermutet, dass sein Partner ihm mal wieder einen Streich spielte, aber so weit würde selbst Owen nicht gehen. Außerdem klang die Frau, als sei es ihr Ernst. Sein Job erforderte es, in Sekundenschnelle Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen. Doch plötzlich war er unentschlossen – sollte er gestehen, auflegen oder mitspielen?

Sein Körper traf die Entscheidung, da ihn erneut Verlangen packte. Was konnte es schon schaden, einmal einem Impuls nachzugeben? Bevor er es sich anders überlegen konnte, murmelte er: „Hm.“ Da sie das Missverständnis jeden Moment entdecken konnte, hielt er die Sprechmuschel ein wenig von seinem Mund weg. Andererseits, wenn sie keine Ahnung hatte, welche Unterwäsche Robbie Boy trug, hatte sie den Mann vielleicht gerade erst kennengelernt. Möglicherweise war sie eine Prostituierte.

„Ich dachte, es ist an der Zeit, dich wissen zu lassen, wie ich empfinde.“

Vielleicht wusste ihr Freund einfach nicht, wie gut er es hatte. „Okay“, meinte er.

„Aber nur, wenn du dich dabei nicht unbehaglich fühlst.“

Ihre leichte Unsicherheit gefiel ihm besonders. Hatte sie eigentlich eine Ahnung, wie sexy ihre Stimme klang? Seine Erregung wuchs. „Kein Problem. Rede weiter.“ Da seiner Aufforderung nur Schweigen folgte, dachte er schon, ihr sei das Missverständnis aufgefallen.

„Kannst du deine Boxershorts ausziehen?“, flüsterte sie.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Ken griff unter die Decke und streifte sich in drei Sekunden seine Boxershorts ab, was keine ganz einfache Aufgabe war in einem Wasserbett, wenn man gleichzeitig den Telefonhörer in der Hand hielt. Die TV-Fernbedienung, die er auf dem Bett hatte liegen lassen, fiel auf den Holzfußboden. „Ich habe sie ausgezogen. Bist du …“ Ken befeuchtete sich die Lippen mit der Zunge. „Bist du nackt?“

„Noch nicht“, erwiderte sie. „Ich trage noch eine weiße Bluse und einen weißen BH.“

Ken schloss die Augen. „Zieh die Sachen aus.“

Dem Rascheln am anderen Ende der Leitung nach zu urteilen zog sie sich aus. Seine Gedanken wirbelten durcheinander, und er fragte sich, wie die mysteriöse Georgia wohl aussah. War sie rothaarig? Oder brünett? Blond? Hatte sie braune Augen? Blaue? Haselnussbraune? Hatte sie lange Haare? Kurze? Verschiedene Teile formten sich zu einem Bild seiner Traumfrau: langes, dunkles Haar, blaue Augen, ein strahlendes Lächeln und eine sexy Figur, die sie gerade von allen Hüllen befreite.

„Ich bin ausgezogen.“

Ken biss sich auf die Zunge, um keine Fragen zu stellen, die das Gespräch möglicherweise sofort beenden würden. Seine Hand glitt unter die Decke, und er stellte sich vor, wie Georgia zu ihm ins Bett kam.

„Es ist heiß hier“, fuhr sie zu seiner Erleichterung fort. „Ich konnte nicht schlafen, als ich von dem Club nach Hause kam. All diese Nacktheit hat mich aufgewühlt.“

War sie eine Stripperin? Der Gedanke besänftigte ein wenig sein schlechtes Gewissen. Zumindest war sie nicht irgendeine unschuldige Lady, die zum ersten Mal etwas Verruchtes tat. Sie musste einen unglaublichen Körper besitzen. Ihr kaum hörbarer Akzent verriet zwar, dass sie keine typische Südstaaten-Schönheit sein konnte, doch in seiner Vorstellung war Georgia so üppig und sinnlich, wie ihr Name andeutete.

„Ich brauche Entspannung“, sagte sie seufzend.

Ken glaubte fast, ihren Atem an seinem Hals zu spüren. Seine Antwort war ein tiefes, ermutigendes Stöhnen.

„In letzter Zeit habe ich gehofft, wir könnten vielleicht ein wenig intimer miteinander werden.“

„Das wusste ich nicht.“ Wie wahr!

„Wir waren beide ein wenig schüchtern, und irgendwie fällt es mir leichter, am Telefon über meine Fantasien zu sprechen.“

Ein heißes Prickeln überlief seine Haut. „Sprich weiter.“

„Meine Brüste“, sagte sie, plötzlich erneut zögernd.

Sind sie klein oder üppig?, dachte er. Fest?

„Sie sind so sensibel.“

Das war zwar nicht so bildlich, aber es reizte ihn trotzdem. „Hm.“

Sie atmete jetzt heftiger. „Mein Haar ist offen und kitzelt meine Brüste.“

O ja, dachte er.

„Kannst du dir vorstellen, wie ich neben dir liege?“

„Ja.“ Sie brachte ihn um den Verstand. Mondlicht fiel durch das Fenster neben seinem Bett und verwandelte die Bettdecke in die Formen einer Frau. Ihre Haut war zart und golden, mit schwachen Bräunungslinien. Wunderschön. Ihre Finger verflochten sich miteinander, während sie sich gegenseitig streichelten.

„Berühre mich tiefer“, murmelte sie.

Er hielt den Atem an.

„Noch tiefer“, drängte sie ihn. Er stöhnte und stellte sich ihren Nabel und das Dreieck dunkler Haare zwischen ihren Schenkeln vor.

„Ja, genau da“, hauchte sie zufrieden.

Er war bewegt davon, wie viel Gefühl in ihrer Stimme lag. „Lange halte ich es nicht mehr aus.“

Ihr Atem ging inzwischen stoßweise. „Ja … jetzt.“

Er stellte sich vor, wie er über ihr war, bereit für sie, während sie auf ihn wartete. Ihr Stöhnen würde sich miteinander vermischen, und sie würde ihn tief in sich aufnehmen.

Ihre sinnliche Stimme hallte in seinem Kopf wider, ein Strom leiser Seufzer mit kehligen Lauten in einem Rhythmus, dem er sich ohne zu zögern anpasste. Von ihrer Stimme konnte er nicht genug bekommen. „Sprich mit mir“, flehte er.

„Es ist so gut mit dir. Ja … schneller … härter …“

Ken gehorchte. Sein Atem wurde mit jedem Stoß rauer. „Wenn du so weit bist“, flüsterte er, „dann nimm mich mit.“

„Ja“, erwiderte sie keuchend. „Zusammen … jetzt … O ja.“

Ken kniff die Augen zusammen und erreichte mit ihr einen überwältigenden Höhepunkt. Ihre Stimmen steigerten sich zu Schreien, die allmählich zu leisem Stöhnen verebbten, bis nur noch zufriedenes Seufzen in der Leitung zu hören war, während sie beide wieder zu Atem zu kommen versuchten.

„Das war großartig“, brachte er mühsam hervor.

„Ja“, hauchte sie leise lachend und räusperte sich. „Ich glaube, ich lasse dich jetzt lieber wieder schlafen.“ Sie hatte sich wieder in ihre Schüchternheit zurückgezogen. „Gute Nacht, Rob. Ruf mich morgen an.“ Er hörte das schwache Klicken und dann das Amtszeichen.

Ken setzte sich mühsam auf, wobei er das Telefon und andere Kleinigkeiten vom Nachttisch fegte, und schwang die Füße auf den Boden. Sein Herz raste noch immer nach diesem unerwarteten sündigen Anruf. Im Lauf der Jahre als Cop hatte er vieles erlebt, aber so etwas noch nicht.

Heute – nein, gestern – war einer der schlimmsten Tage gewesen, an die er sich erinnern konnte. Es hatte zwar keine Toten gegeben, zum Glück, doch hatte er ungewöhnlich vielen Notrufen wegen häuslicher Gewalt nachgehen müssen. Und die Kriminellen schienen immer jünger zu werden. Er war zum einen deswegen Cop geworden, weil er für seine Nichten und Neffen eine bessere Welt schaffen wollte, und zum anderen, weil er im Polizeidienst seine ihm von der Natur gegebene Kraft und Diszipliniertheit am besten einsetzen konnte. Nur hatte er dabei die pure Boshaftigkeit unterschätzt, mit der die Menschen sich gegenseitig behandelten, besonders Menschen innerhalb einer Familie.

Jeder Cop hatte Zeiten, da wollte er schlicht nicht aufstehen und zur Arbeit gehen, und mit genau diesen Gedanken war Ken ins Bett...