Zarter Mond - Die dunklen Wächter

von: Rachel Hawthorne

Goldmann, 2011

ISBN: 9783641054885 , 256 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 7,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Zarter Mond - Die dunklen Wächter


 

13 (S. 125-126)

Mit seinem Gefolge im Schlepptau führte mich Mason zurück zu unserem Gefängnis, wobei er meinen Arm umklammert hielt, als ob er befürchtete, ich würde versuchen, ihm davonzulaufen. Ich trug das Sweatshirt und die Decken, die Monique mir gegeben hatte. Die Sonne ging gerade unter, Schatten senkten sich über den Raum. Connor saß im Käfig. Er trug seine Jeans. Das blutige Sweatshirt, das von seinem Kampf kündete, hatte er durch die Gitterstäbe hinausbefördert. Es lag als zerknautschter Haufen am Boden. Die Arme über der nackten Brust verschränkt, starrte er uns finster an, als wir uns näherten.

»Du hast dich also selbst geheilt«, stellte Mason fest. Connor starrte weiter vor sich hin. »Was? Keine schlagfertige Antwort?«, spottete Mason. Hätten Blicke töten können, wäre Mason auf der Stelle tot umgefallen. »Ich weiß, meine Maßnahmen scheinen ein wenig extrem, aber wir machen große Fortschritte. Ich musste wissen, ob das, was wir bei den Labor-Frettchen beobachten, wenn wir ihnen das Serum injizieren, der richtige Verlauf ist.« Ich fixierte ihn entsetzt. »Ihr verwandelt Frettchen in Wölfe?« Er hielt die Kuppen von Daumen und Zeigefinger aneinander und deutete einen winzigen Abstand an.

»Sehr kleine Wölfe. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht.« Er tippte sich an die Stirn. »Ich glaube, das Bewusstsein macht den Unterschied. Man muss Wolf denken, um einer zu sein.« »Wir sind gerade mal ein paar Tage hier, und ihr habt schon ein Serum?« Ich war von den Socken. Er hatte mir nicht gesagt, dass sie so kurz vor der Vollendung des Serums standen. »Wir arbeiten schon sehr lange an der richtigen Rezeptur. Es fehlten uns nur ein paar winzige Teilchen. Jetzt haben wir sie gefunden, und unser Puzzle ist fast vollständig.« Er wandte sich wieder Connor zu.

»Ich muss sie zurück in den Käfig bringen, und dabei soll es möglichst wenig Ärger geben. Ich muss die Tür öffnen, um sie durchzulassen. Wenn du dich auch nur einen Zentimeter darauf zubewegst, schaltet Wilson dich aus.« Connor regte sich nicht. Nicht einmal einen halben Zentimeter. Sobald ich hineingekrochen war, fiel unsere Gefängnistür wieder ins Schloss. »Genießt die wenige gemeinsame Zeit, die euch noch bleibt«, sagte Mason. Ich stand auf.

»Wovon redest du?« »Alles geht einmal vorüber.« »Was soll das bedeuten?« Ohne Antwort stolzierte er hinaus, seine Groupies dicht auf den Fersen. Ich schlug mit der flachen Hand gegen die Gitterstäbe. »Arschloch.« Ich umklammerte das kalte Metall und presste meine Stirn dagegen. Ich hatte gedacht, dass ich darauf vorbereitet war, Connor entgegenzutreten, aber ich war nicht auf den Zorn vorbereitet, den er versprühte. Ich hatte ihm so viel zu erklären und wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Ich holte tief Luft und bückte mich nach dem Bündel, das ich zuvor fallen gelassen hatte.

Ich drehte mich um. Connor befand sich in genau derselben Stellung wie zuvor. »Ich hab dir ein sauberes Sweatshirt und ein paar Decken für uns mitgebracht.« tsprach. »Aber was du wirklich willst, ist eine Gestaltwandlerin, stimmt’s?« Langsam löste er seine verschränkten Arme. Er zog ein Knie an und stützte sein Handgelenk darauf, doch er war keineswegs so entspannt, wie er gern erscheinen wollte, denn er hatte beide Hände so fest zu Fäusten geballt, dass seine Fingerknöchel weiß hervortraten. »Wann hast du herausgefunden, dass du keine bist?« Der Klang seiner Stimme war wie ein sanftes Streicheln.